Ausprobiert:

Tonerverdichter für Transparentfolien


Features:

  • Test
  • Tonerverdichter

Bild 1: Links: Ausdruck auf Papier, Mitte: bedruckte Folie, Rechts: Folie mit Tonerverdichter behandelt.

Ausprobiert:

Tonerverdichter zur Behandlung von Transparentfolien

Wer mit einem Laserdrucker ein Platinenlayout auf Transparentfolie druckt, stellt schnell fest, dass die bedruckte Folie nicht lichtdicht ist - ungeeignet zur Herstellung einer Platine. Tonerverdichter, den man auf die bedruckte Folie aufsprüht, soll helfen. Das haben wir getestet.

Der preiswerte HP-Laserjet 1010 macht einen guten Job: Auf weißem Papier mit 80g/qm sind die Ausdrucke stets einwandfrei, lediglich bei Folie ist das Druckbild sehr "dünn", fast durchsichtig. Der Toner wirkt nicht schwarz auf der Folie, sondern erscheint mittelgrau. Das Phänomen ist nicht für diesen Drucker einzigartig, sondern trifft auf viele Schwarz-Weiß-Laserdrucker zu: Das raue Papier nimmt den von der Walze erhitzten Toner besser an als die glatte Folie. Der Toner haftet als Kugel auf der Folienoberfläche.

Besonders nachteilig wirkt sich das grau erscheinende Tonerbild aus, wenn es um die Herstellung einer Leiterplatte in Eigenregie geht. Zuerst wird das Layout auf dem PC erstellt und anschließend im Maßstab 1:1 auf transparenter Folie ausgedruckt. Hier kam die Overhead-Folie von Avery/Zweckform Nr. 3562 zur Anwendung. Weil eine Vorlage zum Belichten der Platine jedoch lichtdicht sein muss, behelfen sich viele Anwender damit, zwei, drei oder gar vier Folien übereinander zu legen, um die Lichtdichte zu erhöhen. Das ist jedoch keine optimale Lösung: Unterschiede im Ausdruck erzeugen leichte Verzerrungen, im Endeffekt passen die Folien nur schlecht passgenau übereinander.

Der Königsweg geht über eine Druckerei. Absolut lichtdichte, sehr kantenscharfe und transparente Belichtungsvorlagen liefert der professionelle Laserbelichter. Meist wird der mit einer Postscript-Datei gefüttert, oft funktioniert auch die Lieferung des Platinelayouts in Form einer simplen PDF-Datei. Das Resultat ist ein kantenscharfes Layout auf einem hochtransparenten Film mit schwarzem Layout wie die Nacht. Mit dieser Vorlage ist es eine Freude, Platinen zu belichten! Doch nichts ist ohne Nachteil: Die hiesige Druckerei berechnet etwa 15 Euro je DIN-A4-Film. Da passen im Zweifel zwar mehrere Layouts drauf, aber manchmal benötigt man eben nur eins - und das möglichst schnell. Das ist Nachteil Nummer 2: Die Druckerei verdient an diesem Mini-Auftrag kaum etwas und so bleibt der gern einmal einen Tag liegen, bis weitere Filme zu belichten sind. Es lohnt nicht, die "Maschine" für die Belichtung eines Filmes zu starten.

Damit kommen wir zum Tonerverdichter. Der verspricht, aus einem grau-flauen Laserdruck durch eine Vernetzung der Tonerpartikel eine erhöhte Schwärzung des Layouts. Vor einigen Jahren wollte ich damit probieren, doch das Vorhaben schlief mangels passenden Lieferanten bald wieder ein. Als der Blick neulich in den Katalog meines "Hauslieferanten" [1] auf eine Dose Tonerverdichter LF-A der Firma Huber GmbH aus 53844 Troisdorf fiel, war klar: diese wenigen Euro werden investiert!

Bild 2: Dasselbe noch einmal, jedoch mit Vergrößerung: Laserdruck auf Papier

Bild 3: Laserdruck auf Folie, ohne weitere Behandlung.

Bild 4: Schwarz: Die Folie wurde nach dem Druck mit Tonerverdichter besprüht.

Das Aufmacherfoto zeigt drei Layouts: Links wurde das Platinenlayout auf DIN A4-Kopierpapier ausgedruckt. In der Mitte sieht man das Ergebnis des Ausdruckes auf Zweckform-Transparentfolie ohne weitere Behandlung. Im Bild sollte zu erkennen sein, dass die vom Toner bedruckten Stellen nicht vollschwarz, sondern lediglich mittelgrau erscheinen. Die Lichtdichtigkeit ist damit nicht gegeben. Die Folie ganz rechts wurde wie zuvor auf dieselbe Art bedruckt, direkt danach jedoch mit Tonerverdichter aus etwa 25cm Entfernung zwei bis drei Sekunden lang besprüht. Dazu wurde die Folie auf dem Balkon bei 20 Grad Außentemperatur auf eine Tageszeitung gelegt, welche den überflüssigen Sprühnebel aufnahm. Die erstaunliche Wirkung: Schlagartig wurden die bedruckten, zuvor grau-flauen Teile der Folie schwarz! Nach dem Trocknen - etwa 15 Minuten - konnte die Folie näher betrachtet werden. Randunschärfen oder Verwischungen konnten nicht beobachtet werden! Leiterbahnen und Schrift sind randscharf. Lediglich bei Masseflächen traten ab und zu sehr kleine Löcher auf. Das mag ein Zeichen dafür sein, dass nicht ausreichend Tonerpartikel zur Vernetzung zur Verfügung standen. Vermutlich deutet das eher auf einen Fehler des Druckers als des Verdichters hin. Derartige kleine Löcher kann man leicht mit schwarzem Edding betupfen. Dieser Loch-Effekt trat nur bei Masseflächen auf und konnte bei den deutlich schmaleren Leiterbahnen zum Glück nicht beobachtet werden.

Damit stellt sich der Tonerverdichter als geeignetes Mittel dar, um mit einem Laserdrucker eine passable Folie zur Herstellung einer Leiterplatte zu erstellen. Auch wenn es so gut funktioniert: Weiterhin werden zwei mit Verdichter bearbeitete Folien zur Belichtung der Platine über einander gelegt.