Jetzt für alle: Loggen mit Swisslog:

Tipps für Einsteiger

Swisslog: Der Hauptbildschirm zeigt QSO-Eingabefenster, Logbuch, Statistik und Weltkarte.

Swisslog ist seit einiger Zeit kostenlos und Public Domain. Aus der Demo wir durch eine kostenlose Registrierung eine personalisierte, voll funktionstüchtige Version. Die Redaktion hat das Programm installiert und einige Wochen benutzt. Ein Leistungsüberblick.

Die Geschichte des Programms geht bis in das Jahr 1987 zurück, da erblickte Swisslog unter DOS das Licht der Welt. Einige Jahre später wurde Windows populär und Swisslog's Schöpfer Walter Baur, HB9BJS, entschied: Es soll eine Version für Windows geben. Einige Jahre lang wurde an beiden Programmen parallel gearbeitet. Viele Erweiterungen und Verbesserungen hat das Werk in dieser Zeit erfahren - bis heute. Damit kann Swisslog als gut gereiftes Programm gelten. Insbesondere die Flexibilität, mit der es den Anwender verwöhnt, ist hervorzuheben.

Installation

Swisslog läuft von Windows 95 bis hin zur aktuellen Version Windows 7. Ab Windows XP sind für Installation und Betrieb zwingend Administratorrechte erforderlich. Nach dem ersten Start werden Rufzeichen, QTH-Locator und einige andere Daten abgefragt. Die Programmsprache ist zu dieser Zeit noch englisch, doch das ist im Menü "Optionen >> Sprache" schnell in "deutsch" geändert. Ohne Neustart des Programms erscheinen fortan Menü und Dialoge in der gewohnten Sprache! Die Registrierung zur Vollversion kann der Anwender selbst im Menü "Hilfe" vornehmen, dazu ist auf "Info" zu klicken und unter "Registrierung" das eigene Rufzeichen einzutragen. Das war's schon. Bevor es losgeht, sollte eine Kleinigkeit korrigiert werden: Die Anpassung des Bandplans, um Warnmeldungen wegen falscher Frequenzeingabe zu vermeiden. Im Menü "Bearbeiten" auf "Band addieren/ändern" klicken und die höchste Frequenz des Bandes von "7100" auf "7200" korrigieren. Analog ist die Vorgehensweise bei "Bearbeiten" und "Bandplan ändern".

Swisslog bietet zahlreiche Leistungsmerkmale, die es gilt, Stück für Stück zu erobern. Es stellt sich dem Anwender sehr flexibel dar, was intern auf eine hohe Komplexität der Programmierung hindeutet. Da Swisslog auf flexible Datenbanken zurückgreift, sind vielerlei Auswertungen möglich, die es dem Anwender ermöglicht, sie selbst zu definieren. So kann man Swisslog als eine Art "Data Warehouse" begreifen. Solange die Daten er hergeben, lassen sich entsprechende Abfragen und Auswertungen formulieren. Doch das ist eine Angelegenheit fortgeschrittener Nutzer. Zuerst ist der Anfang, und dabei geht es darum, die noch leere Datenbank - das Logbuch - mit QSO`s zu füllen.

Erste QSO

Die Arbeitsfläche besteht aus mehreren Fenstern, eines zur Eingabe von QSOs, darunter die Anzeige des Logbuches. Eine Landkarte ist zu sehen, sie zeigt später den Pfad vom eigenen QTH zum entfernten QTH des Gesprächspartners. Es gibt einige Fenster mehr, wie z. B. die Anzeige des DX-Clusters oder das Fenster zur Abschätzung der Ausbreitungsbedingungen, sie alle lassen sich sowohl auf der Programm-Arbeitsfläche beliebig anordnen, als auch als freie Fenster auf dem Desktop positionieren.

Sehr einfach und schnell gelingt die Eingabe von QSO-Daten. Beginnend mit dem Rufzeichen und Betätigen der Enter-Taste nach jeder Eingabe gelangt der Cursor jeweils zum nächsten Eingabefeld. R- und S-Werte für "gegeben" und "empfangen" sind mit "59" vorbelegt, können und sollten durch reale Werte überschrieben werden. Den Vornamen des Op kann man ruhig klein eintippen, Swisslog korrigiert den ersten Buchstaben und konvertiert ihn zur Großschreibung. Im Echtzeitmodus stimmen Zeit und Datum bereits, zur Eingabe älterer QSO lässt sich dieser praktische Modus unter "Optionen" zeitweise ausschalten. Das heißt dann "Nachtragemodus". Einige QSO sind schnell erfasst, Felder für Diplome wie IOTA, DXCC, ITU, WAE fehlen nicht. Der DOK sollte in das Feld "Sub Region" eingetragen werden - wie es der Entwickler vorschlägt. Längere Texte finden unter "Bemerkungen" ein zuhause. Über Reiter ist der Zugriff auf eventuelle frühere QSO oder die Information zum QSL-Manager gegeben.

Während des Imports von QSO`s aus einer ADIF-Logbuchdatei fragt Swisslog nach der Zuordnung unbekannter Datenfelder zu Swisslog- Zielfeldern.

Größere Datenmengen finden über die Importfunktion ins Swisslog. Natürlich sind Swisslog-eigene Datenbanken importierbar, selbst aus alten DOS-Zeiten. ADIF wird importiert, genauso wie Access-, DBase und Paradox-Datenbanken. Selbst mit strukturierten Textdateien kennt sich Swisslog aus. Das Einlesen einer ADIF-Datei mit 14000 Einträgen funktionierte mit einigen Nachfragen zur Feldanpassung einwandfrei. Der interaktive Doalog, der erscheint, wenn ein neues Datenfeld erkannt wurde und einer Zuordnung bedarf, ist hervorragend gelöst. Je tausend Einträge benötigt Swisslog auf einem PC unter Windows XP mit 1200 MHz Taktfrequenz etwa 5 Minuten.

Nach der Eingabe eines QSO ist die Welt- bzw. Landkarte eine Hilfe: Sie illustriert den Signalweg zwischen dem eigenen QTH und das des QSO-Partners. Zuschalten lassen sich das Locator-Netz oder z. B. Tag- und Nachtzonen. Ob Mercator-Ansicht sphärisch oder kartesisch, Swisslog bietet noch einige Projektionen mehr, beispielsweise die weniger gebräuchliche Einstellung "Sinus".

Swisslog unterstützt Freunde der Morsetelegraphie, die mit CWType, CWGet oder TrueTTY arbeiten. Ist CWType gestartet und Swisslog entsprechend eingestellt, blendet Swisslog die CWType-Symbolleiste in das Swisslog- Eingabefenster für QSO's ein. Dort kann man z. B. Makros starten, um das Senden von Standardtexten anzustoßen. Eine Übernahme des Rufzeichens oder anderer Informationen aus CWType in Swisslog ist realisiert. Fans der Betriebsart PSK31 erleichtert Swisslog das Leben mit einer Anbindung an MixW, TrueTTY und Hamscope. Das ermöglicht, automatisch Daten an SWISSLOG zu schicken, sobald der Fokus das Eingabefeld verlässt und wenn das PSK Pop-Up-Menü verwendet wird. Rufzeichen und Namen können zum PSK-Programm gesendet werden, sobald der Benutzer das Rufzeichen in das QSO-Eingabe-Fenster von SWISSLOG tippt.

Ist eine Internetverbindung verfügbar, stehen Spots aus dem DX-Cluster zur Verfügung. Nach Eingabe eines Rufzeichens schaut Swisslog wahlweise in eine lokale Rufzeichen-Datenbank auf CDROM oder nutzt die im Internet verfügbaren Informationen, um Felder im QSO-Eingabefenster automatisch zu ergänzen.. Weiterhin stehen Telnet und IRC bereit zur Steuerung und Kommunikation. Das Gesagte gilt analog für die Suche nach einem QSL-Manager.

Swisslog steuert auf Wunsch das Funkgerät und den Rotor. Anwender von Ham Radio Deluxe werden sich über die Anbindung an dieses Programm freuen. Swisslog verwaltet die Logbücher, HRD dann Transceiver, Rotor und ähnliches. Alternativ kann Swisslog den Transceiver vom TRX-Manager vonf F6DEX steuern lassen. Eine Liste der von Swisslog unterstützten Funkgeräte und Rotor-Interfaces findet man im Programm und im Handbuch, letzteres liegt als PDF-Datei vor und ist in deutscher Sprache geschrieben. Eine weitere wichtige Informationsquelle ist die sehr ausführliche deutschsprachige Hilfefunktion.

Im Menü "Bearbeiten" lässt sich der Bandplan korrigieren, hier das 40-m-Band.

Flexibel arbeiten mit QSO-Gruppen

QSO-Gruppen bilden eine Untermenge aller vorhandenen Logbucheinträge oder anders ausgedrückt: Eine QSO-Gruppe ist so etwas wie ein kleines Logbuch innerhalb des Hauptlogbuches. Wozu soll das gut sein? Eine QSO-Gruppe kann dazu benutzt werden, geeignete QSO's für ein bestimmtes Diplom zu organisieren. Eine andere QSO-Gruppe dient z. B. zum Ausdrucken bestimmter QSL-Karten. Eine dritte QSO-Gruppe dient als "Ausgangsmaterial" für bestimmte Logbuchansichten oder Berichte. Swisslog ermöglicht es dem Benutzer, beliebige QSO-Gruppen zu definieren - für QSO's die eine spezielle Beachtung oder Behandlung erfahren sollen. Die Definition einer QSO-Gruppe ist schnell passiert, ebenso das hinzufügen von QSO`s zur Gruppe. Mit dieser Ansammlung von QSO-Daten kann dann verfahren werden, wie mit dem kompletten Logbuch: Anzeigen, drucken, filtern und vieles mehr. Ebenso schnell, wie der Benutzer Gruppen definieren kann, sind sie nach der gewünschte Aktion, z. B. Drucken der QSL-Karten, wieder aufgehoben, sobald sie nicht mehr benötigt werden.

DX-Spots führen DXer zur "richtigen" Frequenz.

Logbuchansicht

Ist ein Logbuch über viele Jahre gewachsen, wird die Anzeige schnell unübersichtlich, wenn alle QSO`s aufgelistet werden. QSO-Gruppen biete die eine Möglichkeit, den Überblick zu behalten. Die andere heißt Daten filtern. Filtern bedeutet: QSO mit bestimmten Eigenschaften anzeigen - andere ausblenden. In der Tabellenansicht, in der Swisslog die Logbucheinträge anzeigt, verfügt jede Spaltenüberschrift über einen kleinen Pfeil. Ein Klick öffnet ein Menü mit Filteroptionen. Das ist am besten an einem Beispiel erläutert: In der Spalte "QTH" lässt sich nach folgenden Optionen filtern: Alles anzeigen, Feld leer, Feld nicht leer, anpassen und dann folgen jede Menge Städtenamen, die bereits in den Logs verzeichnet sind. Insbesondere die Option "anpassen" bietet vielerlei Filtermöglichkeit: Hier kann der Benutzer eigene Wenn-Dann-Bedingungen definieren, beispielsweise führt "is greater than A and is less than H" dazu, alle QSO zu listen, deren QTH-Bezeichnung mit B...G beginnt. Oder-Bedingungen sind ebenfalls möglich. Wenn das Filtern auf einer Spalte nicht ausreicht, können mehrere Spalten zur Filterung benutzt werden. Das erlaubt Abfragen wie: "Zeige alle QSO`s von DL1-Stationen ab 2005". Swisslog zeigt sich hier sehr flexibel und anwenderfreundlich. Kurz: Alle nur denkbaren Filteroptionen und -kombinationen sind möglich!

Filtern nach Rufzeichen: Über "Anpassen" wurde eine Bedingung definiert, die unterhalb der List in grau abzulesen ist.

Ist die Liste schließlich auf ein erträgliches Maß geschrumpft, bietet sich die Sortierfunktion an, um die Daten zu auf- oder absteigend zu ordnen. Dazu ist die Spalte, nach der sortiert werden soll, einmal anzuklicken. Stimmt die Sortierreihenfolge (aufsteigend, absteigend) nicht, genügt ein nochmaliger Klick.

Hier wurde eine QSO-Gruppe durch Auswahl einiger Logs gebildet.

Beispiel für einen Bericht, erzeugt für eine QSO-Gruppe.

Reporte und Abfragen

SWISSLOG enthält einen Report- und Abfrage-Generator, der es erlaubt, Berichte, QSL-Karten und Etiketten anzuzeigen und zu drucken. Dem Anwender helfen Assistenten, die Schritt für Schritt durch die Eingaben führen. Viele Beispielberichte zur Datenanalyse (Welche QSL-Karten wurden nie bestätigt?) oder für den Etiketten- und Kartendruck bringt Swisslog bereits mit, um damit zu arbeiten oder zu lernen, eigene Reports zu entwickeln - ganz den eigenen Wünschen entsprechend. Eine Vorlage geht so weit, dass Swisslog z. B. den Antrag für das DXCC-Diplom weitgehend automatisch ausfüllt.

Zum Drucken von Etiketten oder ganzer QSL-Karten werden zunächst über einen Dialog die infrage kommenden Logs ausgewählt und daraus automatisch eine QSO-Gruppe gebildet. Nach Auswahl einer QSL-Vorlage, die beschreibt, wie die das Etikett bzw. die Karte aufgebaut ist und der letzten Durchsicht, ob alle Daten korrekt sind, kann der Ausdruck erfolgen.

DXCC-Statistik - es ist noch einiges zu tun.

Kreuztabellen

Kreuztabellen sind Auswertungsberichte, die nach unterschiedlichen Kriterien zusammengefasst sind und Berechnungen von verschiedenen Werten basierend auf diesen Gruppen, erlauben. Kreuztabellen sind aus Tabellenkalkulationsprogrammen wie Excel bzw. anderen Spreadsheetprogrammen bekannt. Die Hilfefunktion zeigt beispielhaft eine DXCC Statistik, während im Tutorial eine Kreuztabelle auf Basis der DOK Statistik gezeigt wird. Kreuztabellen bieten übersichtliche Auswertungen - für fortgeschrittene Anwender.

Im Menü "Werkzeuge" ist die Synchronisation mit dem "Logbook of the World" möglich.

Propagation

Selbst an eine Vorhersage der Ausbreitungsbedingungen hat Walter Baur, HB9BJS, gedacht: Nach Eingabe der benötigten Parameter wie Anzahl der Sonnenflecken und des Solaren Fluxes berechnet Swisslog für alle Afu-Bänder ein Vorhersagediagramm. Als Parameter ist der minimale vertikaler Strahlungswinkel von acht Grad eingetragen. Die Sendeleistung beträt 100 Watt. Diese Werte lassen sich den individuellen Gegebenheiten mittels eines übersichtlichen gestalteten Dialoges anpassen.

Ausbreitungsvorhersage eingebaut: Elementare Parameter wie Solarer Flux etc. müssen aber passen!

Fazit

Swisslog ist ein leistungsstarkes und umfangreiches Programm. Die ersten QSO`s sind nach nur fünf Minuten in der Datenbank, die erste Logbuchansicht kommt automatisch, wie auch die Anzeige der Landkarten. Mit Hilfe der integrierten Assistenten gelingen viele Tätigkeiten wie das Drucken von Etiketten und QSL-Karten. Richtig spannend wird es, sobald der Anwender die fortgeschrittenen Analysen und Auswertungen erlebt! Dann ist das Studium der guten Hilfefunktion oder des Handbuches sehr zu empfehlen. Ein wenig Einlesen in die Vielfalt der Funktionen wird schnell durch aussagekräftige Statistiken belohnt. Dem Autor dieser Zeilen hat Swisslog sehr gut gefallen und es wird fortan am Portabel-QTH fleißig benutzt werden.

Swisslog unterstützt QSO-Runden, da hilft, bei größeren Runden den Überblick zu behalten.

Die Software verfügt über eine Menge interessanter Leistungsmerkmale wie z. B. eine Diplomverwaltung, Informationstabellen oder die Terminverwaltung. All diese Funktionen haben hier leider keine ausführliche Darstellung gefunden. Das ist zu verschmerzen, wenn dieser Text eine gute Portion Neugier auf Swisslog geweckt hat. In dem Fall bleibt einiges mit und in Swisslog zu entdecken zu wünschen: Viel Spaß und DX-Erfolg mit Swisslog!


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Copyright Michael Wöste